Die Insel Madeira ist ein Kleinod im Atlantischen Ozean, bei angenehmen und konstanten Wetterbedingungen kann man hier eine Art Europalandschaft im Kleinformat erleben, mit Stränden an Nord- und Südseite und Gebirge, immerhin liegt hier der höchste Berg Portugals.
Aber die Insel ist mehr als das, sie strahlt Ruhe und Besinnung der Bewohner auf ihre Besuchers aus. Bei einem Gläschen Wein und einem deftigen Fischgericht vom heimischen Degenfisch oder auch vom Tintenfisch genießt man die angenehmen Temperaturen oder man pilgert im Gebirge entlang der Levadas, die das Wasser in die Wohnorte transportieren. Wer baden möchte kann dies an den weitläufigen Stränden oder in den einzigartigen Lavabecken in Porto Moniz. Es gibt viele Möglichkeiten, seinen individuellen Neigungen nachzugehen und mit den Madeirensern in Ruhe den Tag und die angenehmen warmen Abende zu verbringen.
Wer den Trubel mag, wird in Funchal seine Freude finden, wer es ruhiger mag, ist in den kleinen Orten an der Nordküste oder in kleineren Berghotels gut aufgehoben. So bietet Madeira für jeden Besucher ein einzigartiges Urlaubserlebnis.
Man sagt den Deutschen nach, sie wären unmögliche Touristen. Ich habe das auf Madeira nicht so erlebt, sowohl Deutsche als auch Briten waren angenehm und unauffällig, hingegen sind mir viele französische Touristen unangenehm in Erinnerung geblieben.

Wer auf Madeira ankommt, landet voraussichtlich auf dem Inselflughafen nahe von Funchal, der von den Einheimischen den Namen ihres berühmten Fußballers Christiano Ronaldo bekam. Der Flughafen galt lange Zeit als Herausforderung für die Piloten, da die launischen Winde eine Landung oftmals mindestens erschwerten oder gar ganz veränderten. Mit der verlängerten Start- und Landebahn, die imposant in die madeirische Küstenlinie auf Stelzen eingearbeitet wurde, ist das jetzt deutlich angenehmer, allerdings kann bei ungünstigem Wind eine Landung auch weiterhin verhindert sein. Dann dreht die Maschine schon mal um und nach einer Pause in Lissabon, erfolgt ein neuer Versuch. Wir hatten Glück, unsere Maschine landete etwas polternd aber sicher gegen 22 Uhr Ortszeit, nachdem die Reise etwas ungeplant begann. Aber dazu später.

Für den Inselbesuch bietet sich neben den üblichen Pauschalangeboten insbesondere eine zusammengestellte Individualreise mit Mietwagen und mehreren Aufenthaltsorten an. Dadurch kann man die unterschiedlichen Regionen der Insel für ein, zwei oder drei Tage genießen, ohne jedesmal mit dem Auto größere Strecken zu fahren. Von Funchal aus führt eine Rundstraße um die gesamte Insel, so dass man im Prinzip die ganze Insel umrunden kann, überall findet man große oder kleine Hotels aller Sternkategorien, in denen man übernachten und frühstücken kann und zum Essen kann man entweder im Hotel oder in eine der vielen Tavernen in der Nähe gehen oder fahren.
Wir hatten uns gezielt für eine Reiseagentur entschieden, die uns eine solche individuelle Reise inklusive organisierter Hotels und Mietwagen nach unseren Wünschen zusammenstellte. Mit der Reiseagentur Geotura planten wir eine 14-Tages-Rundreise. Unsere Rundreise im Jahr 2023 führte von Funchal aus über Ponta do Sol, Porto Muniz, Sao Vicente und Argo de Sao Jorge zurück nach Funchal. In knapp vierzehn Tagen konnten wir damit sowohl den Eindruck des Südens, die Lavabecken des Nordens, die Atmosphäre in den Bergen und den Rosengarten im Norden mitnehmen. An den einzelnen Orten konnten wir das hektische Inseltreiben in den Tourismushotspots und etwas abseits das normale madeiranische Leben kennenlernen.
Der Start in den Urlaub begann mit einem Rätselraten in Berlin – Schönefeld, an welchem Schalter wohl die Abfertigung starten würde. Nach einigem Hin und Her konnten wir dann einchecken. Das bequeme Einchecken per Internet war leider nicht gegeben. Unsere Reise startete dann leider auch mit einiger Verspätung, da unsere Maschine der TAP Air etwa eine Stunde verspätet in Berlin ankam und die Folge war, dass unser Anschlussflug in Lissabon bereits weg war. Hier lernten wir zum ersten Mal entspannte portugiesische Kultur kennen, denn in Lissabon wurden wir bereits mit Vouchers und den Bordkarten unseres Folgefluges nach Funchal empfangen. Blieb noch die Frage, ob wir bei Ankunft unseren Mietwagen in Empfang nehmen könnten. Aber die Verschiebung zum Abholen des Mietwagens war schnell über unsere Reiseagentur geklärt. Mit unserem VW Taigo konnten wir dann in den Folgetagen jede noch so steile Bergstraße erklimmen und das war tatsächlich eine neue Erfahrung, bei der ich froh über das Automatikgetriebe unseres Fahrzeuges war.




















Funchal ist voll von touristischem Leben, in Küstennähe ragen eine Vielzahl von großen Hotels in die Höhe. Wir hatten dagegen ein höher gelegenes Hotel gewählt, im Quintinha São João Hotel starteten wir aufgrund unseres verspäteten Fluges zu sehr später Zeit mit einem sehr freundlichen Empfang und einem Drink an der Bar.
Der erste Tag in Funchal führte auf steilem Weg bergab bis in die Altstadt und danach zum Hafen. Nach einer Erfrischung ging‘ mit der Seilbahn zum Tropischen Garten. Ein beeindruckender Ort, mit mehreren hundert Höhenmetern werden hier viele tropische Pflanzen, Terrakottafiguren und diverse Klinkertafeln präsentiert, der Garten ist in mehrere Themen gegliedert und erinnert, abgesehen vom Höhenunterschied, an die Gärten der Welt in Berlin.
Von Funchal ging es direkt nach Ponta do Sol in das Villa Alto Boutique Hotel, einem ehemaligen Gutshaus, indem jetzt ein nettes 3-Sterne-Hotel betrieben wird. Die Eigentümerfamilie betreibt das bereits in die Jahre gekommene aber dennoch charmante Hotel zusammen mit einigen sehr liebenswerten Katzen und serviert auf Wunsch auch einfache aber sehr schmackhafte einheimische Küche. Leider war uns der Wettergott nicht gerade gesonnen, ein ziemlich tropischer Regen jagte am Abreisetag über die Insel und sorgte für volle Flüsse und Wasserfälle auf den Straßen. Nachdem sich alles beruhigt hatte, setzen wir über die Insel in den Norden nach Porto Moniz.










Porto Moniz ist ein wunderschöner Ort im Nordwesten mit der Möglichkeit in Lavabecken zu schwimmen. Am Hang gelegen, kann man höhere Aussichtspunkte und eine alte Kirche aus dem Jahr 1688 besuchen. Im Aquarium kann man die Vielfalt des atlantischen Lebens betrachten, Muränen, Haie, Hummer, Seesterne, Rochen und Garnelen in einer großen Farbenpracht sind zu bestaunen. Unser Hotel das Aqua Natura Bay lag direkt vor dem Aquarium und den beiden Bädern mit den großen Lavabecken, in denen man in angenehmen Temperaturen quasi direkt im Atlantik baden kann.








Von Porto Moniz führt an der Nordküste eine Straße entlang, die bis nach Sao Vicente untypisch für die Insel nahezu ohne Tunnel auskommt. Sao Vicente ist ein ehemaliges Fischerdorf, dass durch eine kurze Straße mit mehreren Restaurants und einem gemütlichen Ortskern besticht, oberhalb des es Richtung Punta do Sol geht. Zuvor führt en kleiner Abzweig in die Berge und so zu unserem vierten Aufenthaltsort, dem Ökohotel Solar da Bica. Wie der Name andeutet, wird das Hotel mit Solarenergie versorgt und direkt am Hotel ist ein größerer Garten, in dem man eine Vielzahl tropischer Gemüse und Früchte anbaut.
Letzte Station auf unserer Tour vor der Rückkehr nach Funchal war der kleine Ort Arco de São Jorge. Dort liegt neben einer Hotelanlage mit mehreren Bungalows auch einer der größten Rosengärten Europas. Wer sich im Hotel Pestana Quinta do Arco einquartiert, kann von der Hotelanlage direkt in den Rosengarten Im Quinta Do Arco gehen und sich dort an einer Vielzahl verschiedener Rosen erfreuen.







Vom Hotel aus kann man durch den Ort und dann direkt zu einem kleinen Ausguck gehen, von dem man einen herrlichen Blick auf die nördliche Küste hat. Der Blick reicht bei guter Sicht sogar bis zum kleinen Felsen vor Porto Moniz.





Wer in der Pestana Quinta Do Arco wohnt, kann ein reichhaltiges Frühstück im örtlichen Restaurant O Roseiral zu sich nehmen und am Abend lässt es sich bei leckeren einheimischen Gerichten und einem Madeirawein gut entspannen, um die Erlebnisse des Tages an sich vorbeiziehen zu lassen. Sehr zu empfehlen ist dabei der Espetada, der klassische madeiresichel Fleischspieß, der auf einem Lorbeerzweig gereicht wird.
Letzte Station der Reise war wieder das Quintinha de São João, das neben einem ausgezeichneten Spabereich und zwei Schwimmbecken auch eine exquisite Küche besitzt, von der man sowohl am Morgen bei einem exquisiten Frühstück, wie auch am Abend bei einem hochwertigen Diner profitieren kann. Etwas abseits vom touristischen Trubel in Funchal erreicht man auf einem steilen Abstieg in wenigen Minuten das Zentrum von Funchal und kann dort in den kleinen Straßen und Gassen das südländische Flair genießen. Bei einem kühlen Getränk im Außenbereich einer der vielen kleinen Restaurants oder Cafés erholt man sich vom Bummel durch die belebten Gassen der Altstadt und sowohl der botanische wie auch der tropische Garten lassen sich bequem mit einer Seilbahn erreichen.
Ich könnte noch stundenlang über unsere kleinen Ausflüge nach Santana, Miradouro do Caminho do Pico, Praia da Calheta beach oder Punta Delgado berichten oder von den herrlichen Gerichten der madeirensischen Küche, z. B. Degenfisch, Tintenfisch oder Papageienfisch schwärmen, aber das Solls für heute gewesen sein. Eines steht fest, Madeira wird bei mir noch einmal auf dem Ferienzettel stehen.