Eine Kerze zum Gedenken an Micky – Tatendurst

Es ist heute auf den Tag fünf Jahre her, an dem unser kleiner Frechdachs – Micky – nach einem erneuten Epilepsieanfall einer Thrombose erlag, die durch seine Herzerkrankung verursacht wurde. Deshalb erstrahlt heute eine Kerze zum Gedenken an unseren kleinen Helden. In fünf Tagen, am 5. Februar jährt sich auch der Start meines kleinen Blogs zum fünften Mal. Er hat mir viel geholfen, mit der Trauer klarzukommen.

Wenn ich an unsere Zeit mit Micky zurückdenke, dann erinnere ich mich an einen kleinen aufgeweckten Kater, der uns im Tierheim aussuchte, damit wir ihn mit nach Hause nehmen. Was diesen – einem Bombay bis auf wenige Details naturgetreuen Kater – vor allem prägte, das war sein unermesslicher Tatendurst.

Vom ersten Tag an strahlte er Lebensfreude und Tatendurst aus, als wüsste er, dass seine Zeit auf der Erde nur von knapper Dauer sein würde. Was für ihn ein selbstverständliches Spiel in seinem Zuhause war, machte uns zeitweise Ärger. So begann er früh, „überflüssige“ Pflanzen auszusortieren, die seinen Platz im Fenster einnahmen.

Er erprobte allerlei Möbel und Küchengerät als Schlafplatz und schaffte die größten Sprünge, um auf hohen Plätzen auf sein Volk herabzusehen. Selbst ein Balanceakt auf der Gardinenstange gehörte zu seinem Repertoire. Ich habe ein paar Impressionen in Bildern zusammengestellt.

Als das Katzenstreu oder besser dessen Geruch seiner sensiblen Nase nicht entsprach, ging er fürs Geschäft in die Badewanne. Nachdem wir das Streu seinen Wünschen entsprechend gewechselt hatten, war er die reinlichste Katze, die ich je gesehen habe. Bei der Körperhygiene war er eigen, intensives Buddeln vor und nach dem kleinen und großen Geschäft gehörten dazu, wie auch die Hinterlassenschaften seines schlampigen Bruders im Klo einzugraben. Dafür verteilte er immer mal eine Backpfeife zur Bestrafung.

Auch das warme Ceran-Kochfeld am Herd testete er unfreiwillig. Das war neu für uns, unser vorheriger Kater hatte derartiges nie getan. Einer seiner Lieblingsplätze war die Stereoanlage in der Küche. Von dort schaute er beim Kochen zu.

Geschlossene Türen waren für ihn kein Hindernis, er öffnete sie elegant, in dem er die Klinke nach unten drückte. Er öffnete auch die Schubladen von Schränken, damit er oder sein Bruder Spiky sich darin auf Handtüchern rekeln konnten.

Seinen ersten epileptischen Anfall bekam er mit etwa vier Jahren. Wir konnten den Vorfall nicht einordnen und ich war mit ihm in einer Tierklinik, wo man bei einer Untersuchung nichts feststellte. Erst nachdem es weitere zwei Anfälle gab, konnte unser Haustierarzt die Ursache diagnostizieren. Eine HCM-Erkrankung führte zu Durchblutungsstörungen und in deren Folge zu den Anfällen, die eine tödliche Spirale in Gang setzten. Jeder Anfall schwächte das Herz und verdickte den Herzmuskel. Mit nicht ganz sieben Jahren konnte sein kleiner, aufgeweckter Körper den Gevatter Tod nicht mehr aufhalten.

Über Micky erkannte ich das ausgeprägte Sozialverhalten von Katzen. Ihnen wurde ja lange Zeit nachgesagt, sie wären Einzelgänger und wenig sozial verträglich. Alles Unfug. Katzen sind ausgesprochen sozial, Einzelgänger sind die Ausnahme. Gegenseitiges Putzen, gemeinsames Fressen und Spielen gehören zum wichtigen täglichen Sozialleben, auch das Kuscheln untereinander – wenn auch seltener – gehört dazu. Stress gibt es eigentlich nur, wenn es um die Zuneigung zum Dosenöffner geht und einer sich „vernachlässigt“ fühlt. Wir, die Menschen, können einer Katze ihren Kumpel auf vier Beinen nicht ersetzen.

Was ich durch Micky auch gelernt habe, ist die Sensibilität zu verstehen, die Katzen besitzen. Auch wenn viele anderes behaupten, sie wissen, wenn sie „Unrechtes“ getan haben. Eine kurze Geste, auch die von unserem Körper bei Verärgerung abgegebenen Gerüche, die die kleinen Fellnasen wahrnehmen, genügen. Es reicht, sie kurz hochzunehmen und an einen anderen Platz zu setzen, sie verstehen diese Geste. Wer zu Katzen stressfrei kommunizieren will, sollte immer solche einmal eingeübten Gesten für Lob und Tadel einsetzen. Die Katze versteht es, Schreien und Jagen hingegen, verstören die Fellnase und das Vertrauensverhältnis wird erschüttert.

Nun bin ich vom Gedenken doch noch ins Klugscheißern abgedriftet. Zeit, zum Ende zu kommen. Alles Liebe Dir, kleiner Micky, der im Regenbogenland auf mich wartet. Ich habe Dich nicht vergessen, Du bleibst in meinem Herzen, bis wir irgendwann wieder vereint sind. Bis dahin, Danke für die schöne gemeinsame Zeit.

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