Warum Wohnungskatzen Spielen müssen

Katzen sind wahre Kraftpakete, im Vergleich dazu sind wir Menschen nur mittelmäßige Athleten. Ihren Energiebedarf decken Katzen über stark eiweißhaltige tierische Nahrung. In freier Wildbahn muss eine Katze sich diese Nahrung in der Jagd verdienen, ansonsten verhungert sie und wird schnell selbst zur Beute.

Dementsprechend gehört zur Katzenschule in den ersten zwölf Wochen das Erlernen der Jagd dazu. Wenn wir uns am Spiel der niedlichen Jungkatzen unter Aufsicht ihrer Mutter erfreuen, dann erlernen die kleinen Schnurrer in dieser Phase, wie sie sich auf leisen Samtpfoten an ihre Beute anschleichen oder fast regungslos und an den Boden gedrückt verharren, um sich dann auf die Beute – im Kindesalter meist Bruder oder Schwester – zu stürzen. Das spielerische Miteinander und immer wieder neu zum Angriff ansetzen, behalten unsere felligen Mitbewohner in ihrem gesamten Leben bei. Selbst bei der Mäusejagd sieht man regelmäßig, wie die Katze zwischenzeitlich immer kurz von ihrer Beute ablässt, um sie wieder zu fangen. Und lustigerweise spielt sie dieses Spiel auch mit Fliegen oder kleinen Insekten.

In einer WG mit Menschen sind die Katzen nicht mehr auf das Fangen von Beute angewiesen, denn der Tisch wird regelmäßig gedeckt. Das erhöht zwar ihre Lebenszeit und vermindert das Risiko, an der Beute durch Erreger Schaden zu nehmen, birgt aber ungleich höher als bei uns das Risiko von Wohlstandskrankheiten. Mittlerweile leiden viele Katzen unter Übergewicht mit Fettleber oder Diabetes. Trockenfutter erhöht die Gefahr, wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr an Niereninsuffizienz zu erkranken. Ein ausgewogener Speiseplan ist deshalb wichtig.

Entscheidend ist aber ausreichende Bewegung, denn wir wissen alle, wie gern Katzen den Tag verschlafen. Was in der Natur wichtig ist, um den Stress strapazierender Jagden auszugleichen, wirkt bei der Wohnungskatze wie ein Gewichtsbooster.

Es gibt also nur zwei Wege, um die Fitness unserer Katzen zu erhalten – Freigang oder Beschäftigung.

Die Freigängerkatze behält im Wesentlichen ihre Lebenszyklen bei, verschläft den Tag, bricht am Abend auf, durchstreift ihr Revier und trifft sich mit Gleichgesinnten, um uns dann am Morgen mit ihrer mitgebrachten Beute zu überraschen. Fressen wird sie diese kaum noch, wenn das Futter zu Hause abwechslungsreich und schmackhaft ist.

Die Wohnungskatze dagegen wird sich – Katzen sind natürlich auch anpassungsfähig – in ihrem Tagesablauf mit ihrem Menschen synchronisieren. Zwar erspart uns das nicht, dass wir morgens um drei hin und wieder vorwurfsvoll wegen eines halb leeren Fressnapfs geweckt werden, aber wir können das gemeinsame Spielen zu einem regelmäßigen Event machen, der dazu führt, dass sich Fress-, Schlaf- und Spielrhythmus mit unseren Lebensgewohnheiten anpassen.

Wie bekomme ich eine Katze dazu, zu spielen.

Kitten spielen und springen gern mit und nach allem, was sich bewegt:

  • Angeln mit Fusseln, gern auch selbstgebaut,
  • Alukugeln aus Frischhaltefolie,
  • kleine Plüschtiere an Gummis gebunden,
  • Haargummis,
  • Tischtennisbälle
  • etc.

Größere Katzen behalten oftmals eine wahre Treue zu ihren Plüschtieren. Unser Kater Felix liebte seinen Plüschteddy sein Leben lang.

Unser Spiky schleppte seine kleine IKEA-Maus bis zum Tode mit sich umher.

Unser Micky mochte ganz besonders Tischtennisbälle und Verschlüsse von Brottüten, auch mit alten Bürstenköpfen von Elektrozahnbürsten spielte er ausgelassen.

Nelson liebte es mit Angeln und seinen Minimäusen durch die Wohnung zu jagen.

Es gibt also immer genügend Anreize, um Katzen zum Spielen zu bringen. Nutzt sie, Eure Fellnasen werden es Euch danken.

Ein Kommentar zu „Warum Wohnungskatzen Spielen müssen

  1. Danke für den schönen, ausführlichen Bericht. Charlie spielt sehr gern, besonders gern mit seiner Bastangel – und mit Frauchen. Da bevorzugt er eher meine Spielweise als die seines Herrchens – Herrchen ist eben der Futter-Mann. LG

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