Novemberblues

Wisst Ihr, warum Katzen so wichtig zum Glücklichsein sind?

Auch wenn erst morgen kalendarisch die graue Zeit anfängt, wenn man im Dunkeln aufsteht, um zur Arbeit zu fahren und im Dunkeln nach Hause kommt, so macht sich schon heute bei mir das Gefühl des Novemberblues breit.

Klar, wir haben endlich die eine Stunde Zeit zurückbekommen, die man uns regelmäßig im Frühjahr stiehlt, damit wir mit gutem Gefühl m Abend das Büro verlassen, weil es ja noch hell ist. Aber umso brutaler trifft uns alljährlich Ende Oktober das Gefühl, nur noch für die Arbeit auf der Welt zu sein. Die Sonnenstunden verbringen wir meist in Kunstlicht auf der Arbeit. Wenn wir dann nach Hause kommen, dann umgibt uns die Dunkelheit. Dann suchen wir die Nähe und die Geborgenheit der Familie.

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann bleibt man allein zurück, ein alterndes Ehepaar, dass in Dualität lebt, ohne das quirlige Treiben, dass früher die Kinder im Haus verursacht haben.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Spruch: „Die letzten Kinder haben ein Fell“, immer wieder auftaucht. Denn gerade die Fellkinder bringen das quirlige Treiben ins Haus zurück.

Im Frühjahr habe ich geschrieben, nie wieder Katzen, es gilt weiterhin, aber meine beiden Fellnasen, die für immer das Haus verlassen haben, fehlen mir jetzt noch mehr, als schon zuvor. Es sind die vielen kleinen Momente, wenn die Katze Dich fixiert, um Dich zum Spielen aufzufordern, wenn sie beharrlich auf ihr Recht nach einem vollen Futternapf besteht, wenn sie sich wohlig schnurrend neben Dir auf dem Sofa niederlässt, um ihre Streicheleinheiten einzufordern.

Als ich heute bei Sonne und noch angenehmen Temperaturen auf dem Balkon stand, um auf die hereinbrechende Dämmerung zu warten, da fiel mir der letzte gemeinsame Tag mit unserem Nelson ein. Ich musste ihn an jenem Sonntag, der 21.03. war es, im Kratzturm auf den Balkon tragen, wo die Frühjahrssonne von der nahen Ankunft der lichten Zeit und der Wärme einen Vorgeschmack gab. Er hatte sich schon zurückgezogen, um sauf seinen bevorstehenden Tod zu warten und wollte zuerst wieder ins Dunkle fliehen. Aber dann, wie von innerer Kraft getrieben, hielt er inne und nahm die letzten Sonnenstrahlen in seinem Leben dankbar in sich auf. Er wirkte nahezu glücklich in diesen Minuten. Ich bin immer noch froh, dass ich ihm diesen schönen Moment an seinem Lebensende geben durfte.

Katzen mögen die Dämmerung, sie verschlafen meist den Tag und am Abend erwacht der Instinkt in ihnen, auf die Jagd zu gehen, ihr Revier zu kontrollieren und ihre Freunde zu treffen. Im Falle von Wohnungskatzen sind wir die Freunde. Gerade in der dunklen Jahreszeit ergänzen sich so unsere unterschiedlichen Gewohnheiten besonders, die der Katze, die aktiv wird und unser Wunsch die dunklen Abende mit anderen zu teilen, mit Freunden und mit unseren Fellnasen. Jetzt bleibt mir nur, mich – so Corona es ermöglicht – mit Freunden und der Familie zu treffen und auf den Frühling zu warten, darauf, dass die Natur wieder zum Leben erwacht und uns die aufsteigende Sonne das fehlende Licht zurückbringt.

In Erinnerung an meine geliebten Mietzekater.

2 Kommentare zu „Novemberblues

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