Momentaufnahme

Eigentlich wollte ich heute nichts schreiben, aber ein Blick in die Wochenendausgabe der Berliner Zeitung und vor allem in die Online-Ausgabe derselben hat mich dann doch dazu gebracht.

Wir leben in einer ziemlich eigenartigen Situation, die einerseits bizarr ist, andererseits aber bezeichnend für ein Land, dass mal als Land der Dichter und Denker galt, sich nun aber immer mehr als Land der Blödiane und Arschkriecher herausstellt. Wie ich darauf komme?

Zwei Indizien aus der unmittelbaren Gegenwart, sozusagen Momentaufnahmen.

  1. Ein gestrandeter Wal, der vermutlich bald hinüber ist, weckt seit vierzehn Tagen das Interesse von allerlei verblödeten Schaulustigen und den üblichen Vertretern der Betroffenheitsindustrie als Mischwarenladen von privaten Fernsehsendern, Greenpeace und diversen geistigen Exhibitionisten, die unter dem unbestimmten Begriff des „Experten“ ihren geistigen Sondermüll unters Volk streuen.
  2. Ein offensichtlich besoffenes Volk unterstützt einen wirtschaftlichen Crashkurs, der von unterentwickelten Politikern im Verein mit Quacksalberinstituten und begleitet vom Trommeln der kurstreuen Medien seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten herbeigeführt wird. Keiner protestiert, dass der Sozialstaat immer weiter demontiert wird, um der Rüstungsindustrie vor allem aber deren Aktionären Milliarden ins Portemonnaie zu spülen, während bei der Bildung gespart wird und die Infrastruktur vergammelt.

Die bürgerlichen Freiheiten werden von eigenartigem Filz aus EU und Mitgliedsstaaten in intransparenten Gesetzesvorhaben schrittweise immer mehr ausgehöhlt und es ist kein Aufschrei zu hören, stattdessen beschäftigt man sich mit den Nöten von drittklassigen Celebrities in irgendwelchen Rosenkriegen und versucht daraus zusätzlich Handhabe für die Aushöhlung der bürgerlichen Freiheiten zu gewinnen. Oder man gibt einem Meeresbewohner einen Menschennamen und verplempert Geld, um der Natur den menschlichen Willen aufzuzwingen.

Und zu allem schweigt die übergroße Mehrheit oder schlimmer noch, unterstützt diesen Wahnsinn sogar noch. Das sind dieselben Spaßvögel, die mir vor mittlerweile 35 Jahren erzählt haben und das heute immer noch versuchen, in welch einem bösen und diktatorischen System ich – der arme, dumme Ossi – doch großgeworden bin. Sorry Leute, aber das ist für mich gelebte Realsatire, eine Momentaufnahme im Jahr 2026 in Deutschland, das zur Notschlachtung auf dem Zerteilteller von Blackrock liegt.

Bon Appetite, Allemagne.

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