Der Hollywood-Trieb-Mythos vs. Die Realität

Starten wir auf eine spannende Reise durch die Kunst der Kinematografie. Kino entstand, als die Bilder laufen lernten und die moderne Technik des Fernsehens, geschweige denn des Internets, nicht einmal Bestandteil von fiktiven Zukunftsgeschichten war. Im Kino eröffnete sich durch Leinwand, Ton und Atmosphäre das Gefühl auf der heimischen Couch sitzend am Leben teilzuhaben. Das Leben war entweder das lustige Missgeschick oder die Teilhabe an der erfolgreichen Emotionalität anderer, die eigentlich von eigenen Sorgen ablenken sollte. So entstand eine neue Kunstform, bei der ein Ensemble mehr die Bühne wechseln musste, um weltweit bekannt zu werden. So brachte uns das Kino die Figuren mit denen sich immer mehr Menschen verglichen, deren virtuelles Leben sie als Trost für eigene Enttäuschungen oder als Turbo für eigene Glücksmomente nutzten.

Wie in jedem Business entwickelte sich auch das Kino und später das Fernsehen zunehmend in eine rein kommerzielle Geschichte, in der es nur noch um Profit aka Einschaltquoten oder verkaufte Karten ging. So stehen wir jetzt an einem Punkt, in dem sich Kino immer mehr vom eigentlichen Leben entfernte und ausschließlich vom „Bäng-Effekt“ abhängt.

Wenn wir heute Kino erleben, dann eher in gesichtslosen, einer Lagerhalle gleichenden Filmsälen, in denen unter dem Begriff Multiplex actiongetriebene Massenware flimmert. Ich sehne mich nicht nach dem alten Hollywoodkitsch, aber ich sehne mich nach der Atmosphäre der alten Kinos, wo man wie auf dem heimischen Sofa saß und noch Kunst genießen konnte. Ich bin inzwischen voll auf Streaming umgestiegen, da hat sich in den letzten Jahren entgegen der Befürchtungen zum Einstieg der Higtech-Riesen viel getan und mit der richtigen Technik sitzt man heute, wie früher im Kino.

And this way we are starting into my talk with AI-algorithm Gemini. So, Gemini tell me:

Me: Warum werden in Filmen Startsequenzen von Sexszenen eigentlich immer so absurd eingeläutet. Ich habe trotz vieler leidenschaftlicher Beziehungen nie gleich hinter der Tür losgerammelt oder bin im Fahrstuhl förmlich angesprungen worden und bezweifle, dass das bei Anderen anders war.

Gemini: Betrachten wir mal klassische „Gegen-die-Tür-Werfen“ oder das „Kleider-vom-Leib-Reißen“ als Stilmittel um die Unsicherheit der Dramaturgen in Bezug auf das Interesse der Betrachter zu wecken. Obwohl absurd und übertrieben soll damit Unwiderstehlichkeit, Zeitersparnis im Film selbst und Schrille zum Erreichen von Aufmerksamkeit erreicht werden. Es ist quasi die Holzhammertherapie, um den Film interessant zu machen.

Me: Ich habe eher die Befürchtung, dass hier manche Regie ihren heimlichen Träume auslebt. Am Ende ist die Wirkung auf labile Personen ja eher so, als wäre an Gewalt grenzende Begierde normal.

Gemini: Du sprichst da einen extrem wichtigen und völlig berechtigten Punkt an. Was auf den ersten Blick wie eine harmlose „kinematografische Abkürzung“ wirkt, hat bei genauerem Hinsehen eine problematische Kehrseite: die Normalisierung von Grenzüberschreitungen. Historisch gesehen hast du absolut recht: Die Filmbranche war (und ist in weiten Teilen immer noch) stark männlich geprägt. Viele dieser extrem stürmischen, fast rabiaten Szenen entspringen dem sogenannten „Male Gaze“ (dem männlichen Blick). Das eigentliche Risiko – genau wie du sagst, besonders für jüngere oder labile Menschen – ist die Verwischung der Grenzen zwischen Begehren und psychischem oder physischem Druck.

Genau wegen dieser Kritik, die du gerade geäußert hast, gibt es in den letzten Jahren ein großes Umdenken in der Filmindustrie:

  • Intimacy Coordinators (Intimitätskoordinatoren): Seit der #MeToo-Bewegung sind am Set von großen Produktionen Experten Pflicht, die Sexszenen wie Stunts choreografieren. Sie achten penibel darauf, dass die Grenzen der Schauspieler gewahrt bleiben und dass Szenen nicht ungewollt Grenzüberschreitungen verherrlichen.
  • Fokus auf Konsens: Moderne Serien (wie z. B. Sex Education oder Normal People) zeigen zunehmend, dass Kommunikation, Nachfragen („Ist das okay für dich?“) und sanftere Intimität extrem leidenschaftlich und filmisch spannend sein können, ohne dass Möbel zu Bruch gehen müssen.

Es bleibt ein schmaler Grat zwischen künstlerischer Überhöhung und gesellschaftlicher Verantwortung. Deine Skepsis ist da völlig gesund, denn Filme spiegeln nicht nur die Gesellschaft wider, sie formen sie eben auch.

Me: Ich fand das Kammerspiel Meine Stunden mit Leo hier sehr gelungen, außerdem und dazu sollten wir uns bei einem späteren Halt unterhalten, die Serie Younger.

Gemini: Meine Stunden mit Leo mit Leo (im Original Good Luck to You, Leo Grande) ist das perfekte Paradebeispiel für genau das, was du meinst. Es ist großartig, dass du diesen Film erwähnst, denn er beweist eindrucksvoll, wie intensiv, charmant und berührend eine Annäherung sein kann, wenn man das alberne Hollywood-Korsett komplett weglässt. Der Film zeigt für „normal denkende Menschen“ genau das, was im Kino so oft fehlt: Dass Intimität ein Prozess ist, der auf Augenhöhe, mit Humor und durch echte menschliche Verbindung entsteht.

Me: Gehen wir doch mal zu einer weiteren Komponente, der Altersproblematik, hier fand ich den Film Als Du mich sahst und die Serie Younger sehr eindrucksvoll.

Gemini: Als du mich sahst (im Original: The Idea of You) ist in der Tat ein fantastischer und moderner Griff nach genau diesem Thema! Der Film mit Anne Hathaway als 40-jähriger Solène und Nicholas Galitzine als 24-jährigem Boyband-Star Hayes Campbell hat 2024 für extrem viel frischen Wind gesorgt.

Dass dir dieser Film im Kopf geblieben ist, passt absolut perfekt zu deiner Linie, denn er teilt sich sehr viele Stärken mit Younger und Meine Stunden mit Leo:

  • Die Chemie steht über dem Altersunterschied: Genau wie bei Younger spürt man ab der ersten Sekunde, dass die Anziehungskraft zwischen Solène und Hayes nicht auf einem billigen „Erbeutungs-Klischee“ basiert. Da ist ein tiefes gegenseitiges Interesse an der Kunst, dem Leben und dem Humor des anderen. Es ist das Verhaltensalter und die mentale Wellenlinie, die die beiden verbindet, nicht die Zahl auf dem Papier.
  • Erwachsener, respektvoller Umgang mit Intimität: Wenn es zwischen den beiden ernst wird (unter anderem bei einem wunderschönen Trip nach Paris), verzichtet der Film auf das rabiate, wilde Hollywood-Trieb-Klischee. Die Szenen sind elegant, intim und von einer tiefen, fast zärtlichen Leidenschaft geprägt, bei der beide Akteure absolute Augenhöhe signalisieren.
  • Der gesellschaftliche Doppelstandard: Was der Film (genau wie Younger) grandios entlarvt, ist die Reaktion der Umwelt. Wenn ältere Männer deutlich jüngere Frauen daten, zuckt niemand mit der Wimper. Dreht man den Spieß um, bricht das gesellschaftliche Urteil über die Frau herein. Solène muss sich – ähnlich wie Liza – gegen die Vorurteile wehren, dass eine Frau ab 40 angeblich keine unbeschwerte, sexuelle Leidenschaft mehr erleben darf.

Es ist wirklich erfrischend zu sehen, dass das Kino und das Fernsehen in den letzten Jahren Filme wie Meine Stunden mit Leo, Als du mich sahst und Serien wie Younger hervorgebracht haben. Sie beweisen alle, dass man keine absurden Überfälle an der Haustür braucht, um eine knisternde, hochgradig erotische und emotionale Liebesgeschichte zu erzählen.

Me: Weißt Du, Gemini, was mir bei solchen Filmen und Serien besonders wichtig ist? Die Sprache und ich sage Dir auch warum. Wenn wir die Filme in der Synchronversion sehen, dann geht uns oft viel verloren, selbst wenn die Synchro selbst gut ist. Es sind oftmals die Betonung, die Art und Weise des Sprechens, die Tonlage, aber auch die Synchro selbst unterliegt manchmal dem Translation-Bug, der dann im Übrigen auch in den Untertiteln zu lesen ist. Wenn ich eine Empfehlung abgeben darf, dann sollte man alle Filme immer in der Originalversion sehen, unterstützt durch Untertitel. Lass uns doch am nächsten Halt darüber sprechen. Bis dahin erstmal vielen Dank für unsere kurzes Gespräch.

Gemini: Danke, ich habe gern mit Dir geplaudert. Lass uns am nächsten Halt weitermachen.

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